• Eigentlich …

     

    … war ich nicht so begeistert, als Jana anfing mit dem Ballett. Das lag nicht am Ballett an sich, das habe ich als Kind geliebt. Mein Problem mit dem Ballett lag bei den Eltern und den anderen Kindern, als ich damals hin ging. Ok, mit den Kindern habe ich ja kaum zu tun und Jana kann sich gut selber wehren, wenn es sein muss. Aber die Eltern bekomme ich hauptsächlich mit. Und immer kommt man auch nicht drum herum, wenn man auf die Kinder wartet, die Gespräche mitzubekommen. Und manchmal denke ich dann, das ich in einer Parallelwelt oder so leben muss.

    Das fing schon gut an letztes Jahr mit der Mutter, die sich darüber aufregte, das ihre Schwiegermutter unangekündigt kurz vor 18 Uhr vor der Tür stand. Ok, hätte ich verstanden, wenn sie ein schlechtes Verhältnis zu ebendieser hätte. Ihr jedoch ging es nur darum, wie sich im Gesprächsverlauf zeigte, das ab 18 Uhr das Abendprogramm der Familie beginnt. Ok, auch das kann ich verstehen. Nicht unbedingt jedoch ihren Kommentar, das Kind 1 dann in die Wanne müsse, Kind 2 vor den Fernseher und sie dann in Ruhe ihr “Glas Sektchen oder Weinchen genießen” wollen würde.

    Oder letztens: das kaputte Auto. M. (nennen wir sie M., ich habe keine Ahnung wie sie wirklich heißt) regte sich über ihr kaputtes Auto auf. Reparatur sollte um die 3500 Euro kosten, und dann ist bestimmt bald das nächste kaputt, sie wolle lieber gleich ein neues Auto kaufen. Und sie hätte sich umgeschaut und bei Hyundai bekäme sie für 30000 Euro ein Modell mit viel mehr Extras, das ebenbürtig dem VW Touareg wäre. Das sähe sie dann ja gar nicht ein, 70000 Euro für den VW hinzublättern.

    Angesichts dessen hätte mich der bissige Kommentar eines Vaters heute wohl auch nicht überraschen sollen. Ein Kind kam in den Warteraum zu ihrer Mutter gelaufen (die eigentlich eine von den Netten ist) und überfiel sie mit der Info, das sie dringend so “Dinger” für die Schuhe bräuchte, für vorne. Ihre Mutter hatte offensichtlich keine Ahnung, was das Kind meinte. Da ich vor ein paar Wochen den Spaß auch schon holen musste und leicht konfus vor dem Regal bei Rossmann gestanden habe, habe ich kurz erklärt, was ihre Tochter meint und habe dabei im Nebensatz erwähnt, das die Dinger “3,20 Euro oder so” kosten würden, also “nicht die Welt” (Regel Nr. 1: halt die Klappe, Karin!). Und das eigentlich auch nur, weil es mir immer leichter fällt mich im Regal zu orientieren, wenn ich eine ungefähre Preisvorstellung habe von dem was ich suchen soll. Kam vom Vater der Kommentar an die Mutter: “Aber nur das du es weißt, bei 3,30 Euro hört der Spaß auf!!!”.

    In solchen Momenten erinnere ich mich wieder daran, wieso ich Ballett für eine schlechte Idee gehalten habe *seufz*.

     

    18112015