Dez 15

Stoß-Therapie …

 

Tag 0: “Wie lange wollen Sie das denn aussitzen? Wollen Sie Weihnachten im Krankenhaus verbringen?” … Äh nö. Ich bin ja schon überzeugt, her mit dem Rezept. Checkliste abhaken: Kalium? Magnesium? Magenschoner? Mineralwasser? Alles da? Verfassung: bäh.

Tag 1: Nadelkissen, aber ok. Eigentlich könnte ich doch am nächsten Tag arbeiten gehen, oder? Letzte Weihnachtsgeschenke besorgen. Und ich schwöre: die Milchschnitten haben mich gezwungen, sie zu essen. Genau wie die Chips. Und das Eis. Und – ach egal … Verfassung: nicht voll zurechnungsfähig und Duracell-Häschen. Schlaf? Braucht kein Mensch. Gereizt. Aber so was von.

Tag 2: Ob ein Port nicht eine gute Lösung wäre? Verwirrt ist mein zweiter Name, Hunger ist im Nichts verschwunden, der schmerzende Arm der letzten Wochen und die Spastik im rechten Bein auch. Was ist das schön, mal ohne zuckenden Fuß zu schlafen. Verfassung: schlapper werdend.

Tag 3: Letzter Tropf. Müde. Kaputt. Dickes Gesicht. Missempfindungen. Aber so gut wie schmerzfrei und auch die verschobene Wahrnehmung ist seltener verschoben. Allerdings habe ich das Gefühl, nur Blödsinn zu reden. Verfassung: müde und neben der Spur.

Tag 4: Entzugsbeginn. Mir ist sooooooo kalt. Und ich bin sooooooooo müde. Ich würde ja den Tag schlafend verbringen, wenn ich nicht schon Anfang Oktober einen Termin für einen klitzekleinen Eingriff in Jever gemacht hätte. Also: morgens alles einwerfen, was der Mensch so braucht. Vorbereitendes Medikament für den Eingriff, Baclofen, Voltaren. Kreislauf mit 90/60 ziemlich im Keller, der Blutzucker nach dem Frühstück mit 90 auch.  Den Eingriff bringe ich gut hinter mich, auch wenn sowohl die Ärztin als auch die Sprechstundenhilfe mich für ein wenig durchgeknallt halten müssen. Weil ich immer noch verwirrt klinge. Rest des Tages: Wärmflasche und Ruhe. Ach ja: und eine Zyste wurde heute nebenbei auch noch fest gestellt.

 

15122017
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